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Ehrlich Essen und das Internet. Superfood und Selbstbestimmung

Was? EHRLICH ESSEN bloggt? Als ob das Internet nicht schon voll genug wäre mit Rat rund ums Essen. Übervoll sogar. Ein Übermaß an Abnehmtipps und Fotos von achsogesundem Essen stören unsere Signale zum intuitiven, ehrlichen Essen. Was sind das denn für Signale? Das ist der echte Hunger, also der physiologische Hunger – das dringende Verlangen des Körpers, Energie zugeführt zu bekommen. Das ist auch die Sättigung, unser Stoppzeichen am Esstisch. Die zwei hat hoffentlich schon jeder bei sich beobachtet. Der Dritte im Bunde, weniger bekannt und neu auch in der Essforschung: Die sogenannt Nährstoffspezifische Sättigung. Simpel gesagt ist das das Sattwerden durch einen bestimmten Nährstoff, der gerade gebraucht wird. Komplizierter betrachtet ist es ein Rückkoppelungsmechanismus des Körpers, der greift, wenn unser Essen auf seinem Weg in den Körper gescannt wird und die zugeführten Substanzen mit dem Bedarf des Körpers abgeglichen werden.

Was hat das Netz nun mit den Nährstoffen zu tun? Ein erster Punkt ist, dass all das Nachlesen und Nachschauen uns zum Nachdenken bringt. Zuviel Verkopfung aber lässt uns schlechter auf unsere Bauchsignale konzentrieren. Das ist ungefähr so schwer, wie zu meditieren, wenn nebenan der Heavy Metal dröhnt.

Außerdem verändern die ständigen Bilder von Avocadosmoothies, Zucchininudeln a la lowcarb oder Gesundheitsburger ohne Brötchen unser Bild vom Essen. Sie verwirren die Sinne nicht weniger als eine Werbung für Maggi Tütensuppe. Sie triggern das Gefühl: Das muss ich haben. Das ist nicht fair, dem echten Essen gegenüber!! Es stimmt nämlich überhaupt nicht. Avocadosandwhich ist nicht gesünder oder weniger gesund als ein gutes Käsebrot und ein Apfel dazu – es ist etwas Anderes. Statt über das normales Essen und den Alltag reden also alle über upgegradetes Superfood.

Was ist nun das Problem daran? Superfood bekommen nur wenige Menschen im Alltag umgesetzt und verzweifeln an der Unerreichbarkeit. Andere setzen alles daran, ihr Essen super werden zu lassen und werden regelrecht essgestört.

Im Internet spricht sich kaum einer aus für einen banalen Apfelmöhrensalat mit Haselnüssen, niemand für Kartoffeln, Ei und Spinat – da geht nichts unter dem Exotiklevel von Süßkartoffel und Cashewkernen – besser noch Daikon, Moringapulver und Kokosblütenzucker. Normalität setzt sich nicht durch, im Kampf um die größte Aufmerksamkeit. “Das musst Du essen.”, “Das macht schlank.”, “Das macht schön.”, “So wirst Du fit.”.

Ein bisschen wie in den MTV Videos, da sieht man auch keine normalen Menschen sondern nur durchgestylte Superbeauties.

So killen die Ess-Infos im Netz größtenteils unsere Fähigkeit zum gesunden Essen, statt sie zu stärken.

Intensiviert wird diese Wirkung noch durch einen weiteren Effekt des Netzes: Die Filterblase. Google engt den Ernährungshorizont genauso ein, wie facebook, wie amazon, wie viele andere Funktionen, in denen ich nach Antworten aufs Essen suche. Meine Suchergebnisse bestimmen meine Suchergebnisse. Habe ich viel über zum Beispiel veganes Essen nachgelesen, wird mir immer mehr darüber vorgeschlagen. Je öfter ich das sehe, desto mehr glaube ich, dass es wichtig und richtig ist. Die Scheuklappen werden dunkler, der Blick nach links und rechts immer schwieriger.

EHRLICH ESSEN nimmt die Herausforderung an, dem etwas entgegenzusetzen: Dieses Blog soll im Folgenden helfen, den FOOD HORIZONT erweitern. Dem eigenen APPETIT zu folgen. zu Einen neuen Blick aufs Essen gewinnen. SELBST ZU DENKEN, SELBST ZU WISSEN, was gut für mich ist. Gedanken und Übungen, die DIE KÖRPEREIGENEN ESS-SIGNALE STÄRKEN wird es hier zu lesen geben. Intelligente, neue Perspektiven auf die eigene Ernährung sowie Informationen über APPETITSTÖRER, die uns vom selbstbestimmten Essen abhalten.

Einen guten und ehrlichen Appetit wünscht Maike

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